Wir brauchen Frieden in unseren Dörfern!“ Unter diesem Leitspruch von Erzbischof Reinhard Marx standen die Feierlichkeiten zu Ehren des heiligen Leonhards in Lippertskirchen.
Über 35 herrlich geschmückte Gespanne, sowie mehr als sauber herausgeputzte 250 Pferde gestalteten einen würdevollen Umzug nach der traditonellen Segnung der Pferde, Rosserer, Reiter und Fuhrleute durch Pfarrer Ernst Kögler am Feldaltar auf der Köglwiese.
Musikalisch umrahmte die bestens vorbereitete älteste Wallfahrt des oberbayerischen Alpenvorlandes unter Federführung von Georg Karosser und Lorenz Müllauer mit ihren Pferdefreunden und Helfern vor zahlreichen Gläubigen, darunter Ehrengäste wie die beiden Landräte Josef Neiderhell für Rosenheim, Jakob Kreidl für Miesbach, die Bürgermeister der Gemeinde Bad Feilnbach Hans Hofer, Vitus Gasteiger und Ursula Hilz, sowie Gemeinderäte, die Musikkapelle Bad Feilnbach mit der Haydn-Messe.
„Der heilige Leonhard als Patron der Pferde, Reiter und Fuhrleute, der in seiner Zeit als Einsiedler berufen war, Gefangene von ihren Ketten zu befreien, stehe als Vorbild den Glauben in enger Verbundenheit mit Gott.“, wie Diakon Manfred Bauer in seiner ansprechenden Predigt betonte. „Das Schöpfungswerk habe Gott verantwortungsvoll in die Hände der Bauern gelegt, die in früheren Jahren zur Ernährung der Menschen beitrugen. In den letzten Jahren sei bedauernswerter Weise eine Wende eingetreten, die von den Landwirten einen hohen Preis, man denke an den Milchpreis, abfordere.“, so der Diakon weiterführend. In Anlehnung an das Mathäus-Evangelium welches das Himmelreich mit einem Schatz beschreibt, seien die Menschen in dieser Zeit gefordert sich aufzumachen die Perle des Lebens erneut zu suchen. Dazu gehöre, die Gemeinschaft zum Wohle der schönen Heimat und den gepflegten Bräuchen zu halten und vor allem Zeit nehmen. Denn, so Bauer abschließend, beginne der Friede in den Dörfern in den Herzen der Menschen in ihrer Verantwortung und ihres Zusammenseins, für das es gilt „Zeitnehmen“.
Den Höhepunkt am Schluss des Gottesdienstes bildete ein prächtiger Umzug als Zeichen einer „Demonstration für den Frieden der Dörfer“. Dies bestätigten sauber herausgeputzte Pferde, die in Zweier-, Vierer oder zwei Sechsergespannen die herrlich geschmückte Wagen, darunter vier Truhenwagen, in Tracht gekleidete Schalkfrauen, Miederdirndl, Burschen und Männer, Musikkapellen, Ehrengäste, Kindergartenkinder, Geistlichkeiten, Ministranten oder dem Brauchtum verbundene Themenwagen brav und andächtig zogen. Treu dem Brauch und verbunden mit dem Glauben wurde als äußeres Zeichen beim einzelnen Segen am Gotteshaus „Maria Morgenstern“ zu Lippertskirchen auch ein ehrenvolles „Vater unser“ oder „Gegrüßt seiest Du Maria“ dem Segen spendenden Pfarrer Ernst Kögler entgegen gebracht.
Gesichert wurde die Pferdewallfahrt von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Feilnbach und der Diensthabenden der PI Brannenburg.

Bilder von der Veranstaltung gibt es ab Mittwoch bei www.animundus.com